Einheiten auf Insulinspritzen, erklärt
Eine Einheit ist kein Volumen — sie ist ein Volumen, das von der Spritze abhängt. Umrechnungen, wo der Fehler sitzt und warum man das Lösungsmittelvolumen nach der Messung wählt.
Insulinspritzen sind das Standardmessgerät für Laborarbeit in dieser Größenordnung, und sie sind in Einheiten statt in Millilitern skaliert. Diese eine Konstruktionsentscheidung verursacht einen großen Teil der Rechenfehler im Umgang mit Peptiden.
Was eine Einheit ist
Eine Einheit ist kein Volumen. Sie ist ein Volumen, das davon abhängt, welche Spritze man in der Hand hält.
| Spritze | Einheiten pro ml | Eine Einheit entspricht |
|---|---|---|
| U-100 | 100 | 0,01 ml |
| U-50 | 100 | 0,01 ml |
| U-40 | 40 | 0,025 ml |
Die U-50-Zeile überrascht die meisten. Eine U-50-Spritze ist eine U-100-Spritze mit kleinerem Zylinder — sie fasst insgesamt 0,5 ml, ist bis 50 Einheiten skaliert, und jede Einheit sind weiterhin 0,01 ml. Die Teilstriche liegen weiter auseinander, was kleine Volumina genauer ablesbar macht. U-40 ist tatsächlich eine andere Skala und außerhalb der Veterinärmedizin heute unüblich.
Wer nicht weiß, welche Spritze er hat, weiß nicht, was seine Zahlen bedeuten. Den Zylinder vor der ersten Rechnung prüfen, nicht nach einem auffälligen Ergebnis.
Die Umrechnung
Auf einer U-100-Spritze ist die Rechnung ungewöhnlich freundlich:
Einheiten = Volumen in ml × 100
Also sind 0,1 ml 10 Einheiten, 0,25 ml 25 Einheiten, 0,05 ml 5 Einheiten. Ausgehend von einer Konzentration:
Einheiten = (Zielmenge in mg ÷ Konzentration in mg/ml) × 100
Ein 5-mg-Fläschchen in 2 ml ergibt 2,5 mg/ml. Ein Ziel von 250 µg sind 0,25 mg ÷ 2,5 = 0,1 ml = 10 Einheiten.
Wo der Fehler sitzt
Der Ablesefehler beträgt auf einer U-100-Spritze etwa eine halbe Einheit — genauer lässt sich nicht zuverlässig ablesen. Als Prozentsatz der Messung skaliert dieser Fehler bei kleinen Volumina schlecht:
| Messung | Fehler bei ±0,5 Einheiten |
|---|---|
| 2 Einheiten | ±25 % |
| 5 Einheiten | ±10 % |
| 10 Einheiten | ±5 % |
| 20 Einheiten | ±2,5 % |
| 40 Einheiten | ±1,25 % |
Das ist das gesamte Argument dafür, ein Lösungsmittelvolumen zu wählen, das die typische Messung in den Bereich von 10 bis 30 Einheiten bringt. Unter etwa 5 Einheiten misst man nicht mehr, sondern schätzt.
Zwei praktische Punkte
Totraum. Das nach dem Aufsetzen des Kolbens im Nadelkonus verbleibende Volumen beträgt bei einer Standardspritze typischerweise 0,05 bis 0,07 ml — fünf bis sieben Einheiten. Bei einer Insulinspritze mit fester Nadel ist es ein Bruchteil davon. Bei kleinen Messungen zählt der Unterschied, und er ist ein systematischer und kein zufälliger Fehler.
Luftblasen. Eine Blase belegt Volumen, das die Skala als Flüssigkeit zählt. Leicht über die Markierung aufziehen, klopfen, bis zur Markierung ausdrücken.
Eine Plausibilitätsprüfung, die sich lohnt
Vor dem Aufziehen fragen, welchen Anteil des Fläschchens eine Messung darstellt. Ergibt ein 5-mg-Fläschchen in 2 ml 2,5 mg/ml und zieht man 10 Einheiten — 0,1 ml, 0,25 mg — dann enthält das Fläschchen zwanzig davon. Sagt die Rechnung zwei oder zweihundert, stimmt weiter oben etwas nicht, und das sollte man klären, bevor das Fläschchen festgelegt ist.
Unser Rekonstitutionsrechner nimmt diese Umrechnung vor und gibt an, wie viele äquivalente Mengen ein Fläschchen enthält, und die Rekonstitutionsanleitung behandelt die Volumenwahl von vornherein.
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